Eigentlich soll hier jeden Freitag ein Beitrag erscheinen. Eigentlich.

Was aber, wenn mitten ins Leben ein Trauerfall grätscht und sich ein riesiger Krater auftut?

 

Alles hat seine Zeit ♥

Ist Führung obsolet? Diese zentrale Frage ist Thema der nächsten Beitrage.

Eine Frage von sehr hoher Bedeutung, denn vieles deutet daraufhin, dass sich Führende im Agilisierungsprozess selbst abschaffen. Warum sollten sie das tun? Welche Motivation könnten sie demzufolge haben, neue, agile Arbeitsformen auf den Weg zu bringen? Oder richten Sie sich aus Angst vor Machtverlust in der Routine ein und behindern den Richtungswechsel anstatt ihn beherzt voranzutreiben?

Die bisherigen Beiträge haben das Warum beantwortet, mit der Erkenntnis, dass Agilität kein Hype ist, sondern alternativlos.

Auch weil agile Organisationen überdurchschnittlich erfolgreich sind und sich durch Progression und Prosperität auszeichnen. Im Übrigen mit Strahlkraft als Arbeitgeber als „Nebenwirkung“ – statt Azubi- und Fachkräftemangel haben sie Zulauf und qualifizierte Blindbewerbungen.

Mit den letzten drei Beiträgen habe ich aufgezeigt, wie der Stein ins Rollen und Agilität ins Tun kommen. Eine alltagspraktische Vorgehensweise ohne Firlefanz. Just do it!

Bevor nun weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, müssen Rollen und Aufgaben von Führungskräften durchleuchtet und thematisiert werden – natürlich sind sie ein Schlüsselfaktor im Gesamtkonstrukt.

Nein, Führung ist nicht obsoletFührungskräfte haben eine immanente Rolle im Prozess. Nur welche? Um diese Frage drehen sich die kommenden Beiträge.

Die Maßnahmen, die den Stein ins Rollen und eine neue Kommunikation auf den Weg bringen, sind das Fundament für unser erstes Etappenziel.

Auf dieses Fundament aufbauend wird etwas ins Leben gerufen, das im Arbeitsalltag keine oder bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielt: Das gute Gefühl sinnerfüllender Arbeit. Dabei geht es nicht um den Sinn durch Arbeit, der Lebensunterhalt, Sicherheit und Alltagsstruktur bietet. Es geht um den Sinn in der Arbeit selbst, als fundamentales Element zum Lebenssinn.*

Davon ist Arbeit weit entfernt. Regelwerke, Druck und Kontrolle bestimmen den Arbeitsalltag. Formulierungen wie arbeiten müssen, Mitarbeitende als Kostenfaktor und Dienst nach Vorschrift spiegeln die Sinn- und die Freudlosigkeit. Selbstredend, dass in diesem Arbeitsumfeld weder Teamgeist noch Sinnerleben entstehen oder Leidenschaft wirken kann. Der Geist des Taylorismus hat eine Sinnkrise verursacht. Ein verwunderlicher Werdegang (am Rande erwähnt), weil man schon früh im 20. Jahrhundert erkannte, dass sinnhafte Arbeit die Arbeitszufriedenheit und die -motivation steigert. (Bsp. Hawthorne Studien)

Egal, Blickrichtung Zukunft. Wir sind auf dem Weg ins 21. Jahrhundert und unser erstes Etappenziel ist weder ein KPI noch eine Plan- oder Umsatzzahl – es ist nicht einmal messbar. Und dennoch wirkt es. Bei allen Menschen, die jeden Tag mit guten Vorsätzen zur Arbeit kommen, mit Engagement, gutem Willen und Können ihre Arbeit machen und danach streben, einen sinnvollen Beitrag zu leisten und Teil von etwas Sinnvollem zu sein. Ein zutiefst menschliches Bedürfnis.

Image by Mike Foster from Pixabay

Die Maßnahmen, die das Fundament begründen, schaffen einen neuen atmosphärischen Rahmen und werden als sinnvoll erlebt: Die eigene Fähigkeit scheint gefragt und Beiträge nützlich für die Gemeinschaft, das eigene Handeln wird bedeutsam. Die neue Ausrichtung ist Orientierung und weil es eine gemeinschaftliche Ausrichtung ist, fühlt man sich zugehörig.** Erste, zarte Pflänzchen keimen und legen den hoffnungsvollen Blick auf eine gute Zukunft frei. Es entsteht ein Gefühl; das Gefühl, dass man an einem Strang  zieht und für die gleiche Sache kämpft. Ein neues und gutes Gefühl!

Dieses gute Gefühl ist unser erstes Etappenziel, denn: Gute Gefühle haben Macht.

Veränderung kann nur erfolgen, wenn sich Menschen angesprochen fühlen. Das gute Gefühl ist die Basis für eine veränderte Wahrnehmung des Arbeitsumfeldes. Es initiiert eine Aufbruchstimmung, die im weiteren Verlauf relevant sein wird. Die Wissenschaft belegt die Relevanz mit dem Broaden-and-BuildEffekt, auf den wir noch zu sprechen kommen.

Fassen Sie Mut, legen Sie los! Mittelfristig ist Nichtstun deutlich nachteiliger, als aktiv zu werden und echte Veränderung zu suchen. Zukunft ist das, was wir daraus machen.

*Quelle Sinnforschung. Berufliche Sinnerfüllung ist kein nettes Extra.

**Arbeit wird als sinnvoll empfunden, wenn 4 Merkmale erfüllt sind. Sinn im Beruf.

Agilität. Ambidextrie. Arbeit 4.0. Design Thinking. Holokratie. Kanban. Management 3.0. New Work. Purpose. Scrum. Soziokratie. Swarming. Workhacks…

Wow. Auf dem Weg vom Industriezeitalter zur Digitalisierung und ins 21. Jahrhundert gibt es nicht nur eine Menge zu tun. Es gibt unzählige Möglichkeiten.

Aber keine Blaupause. Und wenig Zeit, denn Fortschritt und Geschwindigkeit sind epochal. Ausschließlich die Fähigkeit ein eigenes Zukunftsbild zu gestalten und mutig voranzuschreiten, zählt. Der Blog Zukunftsmentoring ist eine Orientierungshilfe, den eigenen Weg zu finden; die Taschenlampe im Dunkeln.

Navigation und Empowerment für die Zukunft der Arbeit.

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