Zukunftsmodell für alle.

WIE gehe ich vor und wie komme ich zum Erfolgsmodell Agilität?

Um den Stein ins Rollen zu bringen, sind nach unserer Erfahrung 3 Handlungsschritte sinnvoll, die bei den diffusen Themenbilder (s. Beitrag „Auf hoher See“) ansetzen.

Step 1: Themenfelder bewusst machen.

Zunächst gilt es diese diffusen Themen einzurahmen und ganz bewusst wahrzunehmen. Der Rahmen visualisiert: das ist unsere Problemzone! Dieser Schritt ist wesentlich, um sich Klarheit zu verschaffen aber auch, um der Ziel- und Mutlosigkeit zu entkommen. Anschließend wird die Problemzone strukturiert. Welche Themen und Probleme fordern zwingend unsere Aufmerksamkeit? Was bewirken sie, kurz- oder mittelfristig? Was ist „hausgemacht“? Was können wir unmittelbar beeinflussen, was nicht? Teilen („clustern“) Sie die Themen bewusst in Zeitabschnitte, Dringlichkeit, Wirksamkeit oder in Wirkketten ein.

Step 2: Themenfelder fokussieren.

Anschließend werden die Themen und Probleme unter dem Brennglas betrachtet und bestimmte Themen fokussiert. Natürlich bearbeitet man nicht alles auf einmal, nach Kanban sind 3 bis max. 5 Themen (Limit WIP) empfehlenswert. Wichtig: Die Auswahlkriterien sind sorgfältig zu überlegen! Es muss eine Problemlösefähigkeit in Sicht sein, sie müssen das Potential zum Erfolgserlebnis bieten, Lerneffekte inkludieren und positive, stärkende Gefühle auslösen. Starten Sie auf keinen Fall mit den „pain points“ oder mit Themen, die man nicht unmittelbar bzw. aus eigener Kraft beeinflussen kann.

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Cave! Nicht erst jetzt beginnt die gemeinsame Arbeit. Alle sind von Beginn an ganz selbstverständlich in den Prozess involviert. Das können Fokus- oder Arbeitsgruppen oder auch das gesamte Team sein. Hauptsache jede*r ist eingeladen, teilzuhaben!

Die Gemeinschaftlichkeit ist keine Sozialromantik, sondern von herausragender Bedeutung: im 21. Jahrhundert braucht es kollektive Intelligenz und Teampower. Der Einzelne an der Spitze kann die Komplexität nicht mehr bewältigen (dazu später noch mehr) und alleine bringt man auch keinen dicken Stein ins Rollen.

Step 3: In Lösungen denken.

Die Fokusthemen, die nun auf der Agenda stehen, wandern von der Problem- in die Lösungszone. Streichen Sie die Themen bewusst aus der Problemzone heraus und ziehen Sie einen neuen, vielleicht grünen, Rahmen um die Lösungszone. Die Visualisierung demonstriert: es bewegt sich was. Und: Wir haben nicht nur Probleme sondern auch Lösungen! In der Lösungszone denken und agieren wir nun ausschließlich lösungsorientiert. Die Fokusthemen sind ausgewählt, um gemeinsam konstruktive und zielgerichtete Lösungen zu erarbeiten, das ist die Blickrichtung, wenn es nun an die Arbeit geht.

Fühlt sich irgendwie schon besser an, oder? Struktur, Fokus, Gemeinschaftlichkeit und lösungsorientiertes Denken sind die ersten Schritte, die aus der Gewohnheit herausführen. Hinzu kommt, dass man wieder das Ruder in die Hand nimmt. Diese Schritte führen aus der reaktiven Defensive heraus und ebnen den Weg zur Fähigkeit, sich den Herausforderungen zu stellen und gemeinsam zu agieren. Take a step forward into the future, your future.

Ein diffuses Themenbild, multiple Anforderungen, Innovation, Alltagsgeschäft sichern bzw. vorantreiben – angesichts dieser Gemengelage stellt sich die Frage, ob die Komplexität und die Dynamik überhaupt noch zu beeinflussen oder gar zu steuern ist? 

Dreh- und Angelpunkt sind die stets neuen und ständig wechselnden Aufgaben- und Arbeitsfelder, die den Alltag fest im Griff haben. Sie stauen sich in der „Problemzone“ und drängen in die reaktive Defensive, dh. Themen und Anforderungen können nur noch „abgearbeitet“ werden. Das Resultat ist ein freudloser und kräftezehrender Arbeitsalltag, fast so, als ob man auf offener See gegen die Wellen kämpft und der Sturm nicht nachlässt. Vielleicht klingt es jetzt etwas dramatisch, aber in manchen Organisationen ist der Sturm massiv spürbar und hat vielfältige Auswirkungen.

Klar ist, dass man in dieser Situation weder agil noch innovativ sein oder werden kann!

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Diese Situation, die Gemengelage, das Gefühl, nicht mehr Schritt halten zu können und der wachsende Wunsch, das Ruder (wieder) in die Hand zu nehmen, führen zu einer, nun ja, sagen wir, Kurzschlussreaktion: Agile Methoden.

Mit Erkennen des Handlungsbedarfs kommen meist agile Methoden ins Spiel.  Im Glauben – oder besser der Hoffnung folgend -, dass durch die Einführung agiler Methoden irgendetwas in die Teams kommt, das befähigt, der Gemengelage eine Leichtigkeit und frischen Ideen entgegenzusetzen. Oder auch, weil sie ein methodisches Vorgehen implizieren, eine Art „geregelte Erneuerung“. Oder beides. Alles soll wieder überschaubar und planbar werden.

In der Praxis schallt das Zauberwort Agilität durch die Flure und das wir-müssen-agiler-werden-Motto. Auch ist es nicht unüblich, dass Scrum-Master, die in der IT erfolgreich Scrum eingeführt haben, in andere Unternehmensbereiche geschickt werden, um Scrum zu skalieren. Das kann gut gehen. Muss es aber nicht! By the way, die Wahrscheinlichkeit, dass es gut geht, ist gering. Aber dazu später mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein gutes Produkt, definierte Prozesse und betriebswirtschaftliche Optimierung reichen längst nicht mehr, um im Wettbewerb dauerhaft Bestand zu haben. Man muss sich auf den Weg machen. So weit, so gut. Nur wohin? In welche Richtung?

Schließlich subsumieren sich noch die Begriffe Digitalisierung und Innovation zum Sachverhalt und lassen das ohnehin diffuse Themenbild und die multiplen Anforderungen noch vielfältiger, noch nebulöser erscheinen.

Agile Organisationen sind erfolgreich, nicht weil sie digitalisieren. Sie sind erfolgreich, weil sie sich erneuern. Innovation ist das Buzzword. Dabei wird Innovation oft als „großer Wurf“ verstanden; eine bedeutungsvolle Erfindung, die alles revolutioniert. Ein Denkfehler, denn Innovation hat diverse Erscheinungsbilder und wirkt auf vielen Ebenen. Soziale und organisatorische Prozesse, die zur Optimierung des Arbeitsumfeldes führen, sind ebenso involviert wie das Erschließen von neuen Märkten oder Dienstleistungen, um Abläufe und Services zu adaptieren. Hinzu kommen individualisierte Produktvarianten, maßgeschneiderte Kundenlösungen und hybride Wertschöpfungsketten. Ergo die Summe der Maßnahmen, um Schritt zu halten und sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.

Eine Herkulesaufgabe? Bild von Wolfgang Eckert auf pixabay.com

By the way – Innovation, Fortschritt und Veränderung sind an sich keine neuartigen Herausforderungen, seit jeher sind dies zentrale Elemente zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit.

Aber es geht schnell. Unfassbar schnell. Zeitgleich muss man an der Handlungsfähigkeit im Tagesgeschäft, an der Innovations-, Anpassungs- und Zukunftsfähigkeit arbeiten!

Eine Herkulesaufgabe?

 

 

Lange Zeit war Agilität ein Thema im IT- und Software-Umfeld. Allerdings, die klaffende und stetig wachsende Entwicklungslücke, der Leerraum zwischen Progression einerseits und den enormen Herausforderungen andererseits, ist zwischenzeitlich für alle Branchen spürbar. Veränderungs- und Anpassungsprozesse sind ein konstanter Teil im alltäglichen Arbeitsprozess und die Frage, wie man mit dem Fortschritt und der Dynamik (sinnvoll) Schritt halten kann, ist omnipräsent. Weiterlesen

Die Welt ist vuka. Alles ist möglich, schnell, vernetzt und permanent in Bewegung. Radikal neue Geschäftsmodelle verändern traditionelle Branchen wie das Bank- oder Verlagswesen, im Handel ist der Point of Sale auf den Kopf gestellt, Maschinen steuern Fahrzeuge, komplette Warenlager oder wahlweise Containerterminals. Der weltweit größte Anbieter von Unterkünften, Airbnb, besitzt keine einzige Immobilie und Taxiunternehmen wie Uber weder Auto noch Fahrer – Letztere ohnehin in Kürze* überflüssig.

Mit anderen Worten: Markt, Technik und Umwelt ändern sich rasant. Damit einhergehend verändert sich, selbstredend, auch die Art und Weise wie wir arbeiten. Der Übergang in eine neue, zeitgemäße und digitale Arbeitswelt bedeutet, dass Arbeit muss neu gedacht und gestaltet werden muss. Wenn es nicht gelingt, mit diesem Tempo Schritt zu halten, entsteht eine Lücke, die stetig und unaufhaltsam wächst.

Entwicklungslücke. Darstellung: Zukunftsmentoring.de

* Informationen und Fakten zum Thema autonomes Fahren von Mario Herger „Der letzte Führerscheinneuling ist bereits geboren“.

Agilität steht für Beweglichkeit, Wendigkeit und ist sinnverwandt mit Schnelligkeit und Vitalität. Das Adjektiv agilkörperlich und geistig beweglich und wendig zu sein – geht auf „agilis“ (lat.) zurück, eine Adjektivbildung zum Verb „agere“ (lat) – „betreiben, antreiben, handeln, agieren“.

Entscheidend sind die proaktive Handlung und die aktive Gestaltung. Agieren statt reagieren, sind wesentlich im Verständnis dafür, was Agile Arbeit impliziert. Es geht darum, Chancen zu sehen und zu nutzen sowie fit und agil zu sein für eine Welt, in der alles möglich, schnell, vernetzt und permanent in Bewegung ist. Veränderung ist und bleibt Teil eines alltäglichen Prozesses. Nichts bleibt wie es ist.

Agieren nicht reagieren.

(Bild von Andrea Bohl auf pixabay.com)