Ist Führung im agilen Kontext obsolet? Der Ruf nach Hierarchieabbau vs. New Leadership war Thema in der Mini-Serie Leading im agilen Kontext.

Aus den Beiträgen erschließt sich ein Resümee, das unser nächstes Etappenziel darstellt: Agilität ist Chefsache!

Nicht Führung ist obsolet – Hierarchieabbau ist kein Erfolgsfaktor – sondern die bisherige Qualifikation über Seniorität und Fachexpertise, denn weder das eine noch das andere ist eine Qualifikation für New Leadership. Agilität ist Chefsache, weil es Führungskräfte braucht, die die Zeichen der Zeit erkennen. Die die Herausforderung annehmen, überblicken und sich ambitioniert für die Progression einsetzen. Weiterlesen

Die Maßnahmen, die den Stein ins Rollen und eine neue Kommunikation auf den Weg bringen, sind das Fundament für unser erstes Etappenziel.

Auf dieses Fundament aufbauend wird etwas ins Leben gerufen, das im Arbeitsalltag keine oder bestenfalls eine untergeordnete Rolle spielt: Das gute Gefühl sinnerfüllender Arbeit. Dabei geht es nicht um den Sinn durch Arbeit, der Lebensunterhalt, Sicherheit und Alltagsstruktur bietet. Es geht um den Sinn in der Arbeit selbst, als fundamentales Element zum Lebenssinn.*

Davon ist Arbeit weit entfernt. Regelwerke, Druck und Kontrolle bestimmen den Arbeitsalltag. Formulierungen wie arbeiten müssen, Mitarbeitende als Kostenfaktor und Dienst nach Vorschrift spiegeln die Sinn- und die Freudlosigkeit. Selbstredend, dass in diesem Arbeitsumfeld weder Teamgeist noch Sinnerleben entstehen oder Leidenschaft wirken kann. Der Geist des Taylorismus hat eine Sinnkrise verursacht. Ein verwunderlicher Werdegang (am Rande erwähnt), weil man schon früh im 20. Jahrhundert erkannte, dass sinnhafte Arbeit die Arbeitszufriedenheit und die -motivation steigert. (Bsp. Hawthorne Studien)

Egal, Blickrichtung Zukunft. Wir sind auf dem Weg ins 21. Jahrhundert und unser erstes Etappenziel ist weder ein KPI noch eine Plan- oder Umsatzzahl – es ist nicht einmal messbar. Und dennoch wirkt es. Bei allen Menschen, die jeden Tag mit guten Vorsätzen zur Arbeit kommen, mit Engagement, gutem Willen und Können ihre Arbeit machen und danach streben, einen sinnvollen Beitrag zu leisten und Teil von etwas Sinnvollem zu sein. Ein zutiefst menschliches Bedürfnis.

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Die Maßnahmen, die das Fundament begründen, schaffen einen neuen atmosphärischen Rahmen und werden als sinnvoll erlebt: Die eigene Fähigkeit scheint gefragt und Beiträge nützlich für die Gemeinschaft, das eigene Handeln wird bedeutsam. Die neue Ausrichtung ist Orientierung und weil es eine gemeinschaftliche Ausrichtung ist, fühlt man sich zugehörig.** Erste, zarte Pflänzchen keimen und legen den hoffnungsvollen Blick auf eine gute Zukunft frei. Es entsteht ein Gefühl; das Gefühl, dass man an einem Strang  zieht und für die gleiche Sache kämpft. Ein neues und gutes Gefühl!

Dieses gute Gefühl ist unser erstes Etappenziel, denn: Gute Gefühle haben Macht.

Veränderung kann nur erfolgen, wenn sich Menschen angesprochen fühlen. Das gute Gefühl ist die Basis für eine veränderte Wahrnehmung des Arbeitsumfeldes. Es initiiert eine Aufbruchstimmung, die im weiteren Verlauf relevant sein wird. Die Wissenschaft belegt die Relevanz mit dem Broaden-and-BuildEffekt, auf den wir noch zu sprechen kommen.

Fassen Sie Mut, legen Sie los! Mittelfristig ist Nichtstun deutlich nachteiliger, als aktiv zu werden und echte Veränderung zu suchen. Zukunft ist das, was wir daraus machen.

 

*Quelle Sinnforschung. Berufliche Sinnerfüllung ist kein nettes Extra.

**Arbeit wird als sinnvoll empfunden, wenn 4 Merkmale erfüllt sind. Sinn im Beruf.