Geht nicht, gibt´s nicht.

„Homeoffice? Da schafft doch keiner was!“ “Habe ich ernsthaft geglaubt“, gesteht mein Gegenüber am Mittwoch, „ich war Kontrollfreak“.

Durch Corona hat er eine schmerzhafte, disruptive Lernerfahrung durchlaufen. Anfangs war er skeptisch: Sein Team war pünktlich am Rechner und länger eingeloggt als nötig. Legt sich noch, dachte er und wartete auf die „selbsterfüllende Prophezeiung“ (s. hier). Weiterlesen

Im Mittelpunkt steht das Denk- und Arbeitsmodell des 21. Jahrhunderts, Agilität und agiles Arbeiten. Und damit jenes Modell, das Organisationen in die Lage versetzt, ein anpassungsfähiges und zeitgemäßes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Dass ein solcher Richtungswechsel unausweichlich und die Weiterentwicklung von Traditionsdenken in kleinen Schritten kein Zukunftsmodell ist, spiegelt sich im `Hype Agilität´ und auch im Arbeitskontext deutlich wider. Im Februar 2020 ist der Begriff agil auf indeed.com in 2562 Stellenanzeigen vertreten, quer durch alle Branchen und Berufe. Bewerber*innen sollen die Bereitschaft agil zu arbeiten mitbringen oder die Fähigkeit agil zu strukturieren und Aufgaben agil bewältigen. Arbeitgeber promoten sich ihrerseits als schlank, agil und offen gegenüber Fortschritt. Agil ist das Buzzword.

Ein Blick in den Arbeitsalltag ist hingegen ernüchternd. Dort kollidieren Anspruch und Wirklichkeit, und agile Arbeitsformen sind mehr Wunschdenken als gelebte Realität. Was auch (oder vor allem?) an der diffusen Begrifflichkeit liegt. Wahlweise wird agiles Arbeiten mit Scrum und weiteren agilen Methoden gleichgesetzt, ebenso mit Selbstorganisation, Hierarchieabbau, Unternehmenskultur, mit agilen Organisationsformen und flexiblen Strukturen und, last not least, mit einem agilen Mindset – die „richtige“ Einstellung. Und, natürlich, alles ist irgendwie miteinander verknüpft.

Nur wie? Was sind die Knotenpunkte? Wie geht Agilität? Was kann es tatsächlich bewirken? Was ist Hype? Und was ist relevant? Ich wollte dem Thema auf den Grund gehen, die Blackbox Agilität verstehen. Daraus entwickelte sich die Motivation, meine Magisterforschung auf das Thema Agilität und agiles Arbeiten zu fokussieren.

Schließlich lernte ich Organisationen kennen, die eine agile Arbeitsweise auf den Weg gebracht haben und zum Teil schon ziemlich lange agil arbeiten, Sipgate zum Beispiel. Aber auch der Agilität eher „unverdächtige“ Organisationen aus dem öffentlichen Recht, Verwaltungen oder einen Pflegedienst, der von heute auf morgen alles Gewohnte über Bord geworfen hat.

Learning No 1: Sie sind produktiv, kreativ, frisch – und erfolgreich. Statt Azubi- und Fachkräftemangel haben sie Zulauf und Blindbewerbungen. Diese Organisationen und ihre Menschen wirken glücklich und sie bedauern nichts. Zudem strahlen sie positive Energien aus und wirken sehr, sehr inspirierend. Vielleicht schon deswegen, weil sie der absolute Gegenentwurf sind, von Dienst nach Vorschrift und der Schwere oder der Freudlosigkeit, die in Organisationen oft so deutlich spürbar ist (und bspw. über die Gallup-Studien auch objektiv messbar). All das tangiert nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz.

Schließlich war ich „infiziert“. Was machen agile Organisationen anders? Was kann man von ihnen lernen? Wieso gelingt es den einen und den anderen nicht? Derart vielfältige Fragen waren Ansporn, möglichst fundierte, möglichst praxistaugliche und möglichst klare Antworten zu finden. Darum ging es in meiner Masterarbeit. Nach und nach hat sich die Blackbox Agilität erschlossen und schließlich gab es glasklare Antworten.

Wissen fällt nicht vom Himmel, es war harte Arbeit. Nicht nur deswegen scheint es mir wichtig, den Erkenntnisweg offenzulegen und sowohl die Fragen als auch die Antworten transparent zu machen. Klarheit und Wissen können der Angst etwas entgegensetzen, z.B. der Angst vor dem Richtungswechsel. Oder der Angst vor Machtverlust. Es wird auch darum gehen, wie man Agilität nutzbar und wirksam machen kann.

Hiermit sind Sie eingeladen, teilzuhaben und bodenständige Anregungen oder Impulse zu finden. Gut eingeordnete Informationen, die Sicherheit geben in einer Welt voller Unwägbarkeiten und Orientierungslosigkeit. Sie sind eingeladen, etwas mitzunehmen, das stärkt, alte Themen aus frischen Perspektiven betrachtet oder ein Mem, das sich im Bewusstsein verankert und langsam Wirkung entfaltet. Egal – Hauptsache, es bringt Sie voran.

Im Wesentlichen soll es ermutigen und Lust vermitteln, den Weg zu gehen, der Sie auf Höhe der Zeit bringen und anpassungsfähig, – folglich zukunftsfest – machen wird.

Soviel sei verraten: Agile Arbeitsformen sind die wohltuend unprätentiöse Antwort auf komplexe Herausforderungen in turbulenten Zeiten. Und nicht nur für jeden geeignet, sondern das Beste, das Ihnen passieren kann! 

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